Gesundheitsförderung wird staatlich gefördert

Kurse müssen zertifiziert sein

 

Nur mit gesunden Mitarbeitern ist ein Unternehmen leistungsfähig. Deshalb boomt die betriebliche Gesundheitsförderung. Aufwendungen dafür sind als Betriebsausgaben abziehbar und beim Arbeitnehmer kein Arbeitslohn, wenn das Arbeitgeberinteresse überwiegt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Arbeitgeber für Arbeitnehmer an Bildschirmarbeitsplätzen die Aufwendungen für ein Trainingsprogramm übernimmt, um krankheitsbedingte Arbeitsausfälle zu reduzieren oder Beratungen zur ergonomischen Einrichtung eines Arbeitsplatzes finanziert. Ob das eigenbetriebliche Interesse überwiegt, ist jedoch für jeden Einzelfall zu prüfen und zu belegen.

Attraktiver Steuerbonus für alle Arbeitnehmer

Der Arbeitgeber kann aber auch von einem Unternehmen Kurse durchführen lassen, die den allgemeinen Gesundheitszustand des Arbeitnehmers verbessern oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen. Jährlich sind maximal 500 Euro pro Arbeitnehmer (voll- und teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmer, Mini-Jobber und Gesellschafter-Geschäftsführer) lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Dabei sind die 500 Euro ein Freibetrag. Das bedeutet: Ist die Maßnahme teurer, ist nur der übersteigende Teil lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig. Gefördert werden auch Zuschüsse des Arbeitgebers für Präventionsmaßnahmen, die sich der Arbeitnehmer selbst bucht.

Förderung ist an Bedingungen geknüpft

Begünstigt sind jedoch nur Leistungen bzw. Zuschüsse, die zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden. Gehaltsumwandlungen sind in vollem Umfang steuer- und sozialabgabenpflichtig. Zudem werden nur Leistungen gefördert, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch genügen. Das bedeutet, dass die Leistungen dem allgemein anerkannten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse entsprechen, wirtschaftlich und in der fachlich gebotenen Qualität erbracht werden. Um dies sicherzustellen, müssen die Kurse auf der Grundlage der Vorgaben des Präventionsleitfadens des GKV-Spitzenverbandes geprüft und zertifiziert sein.

Begünstigte Leistungen sind beispielsweise

  • Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen des Bewegungsapparates
  • Gesundheitsgerechte Verpflegung am Arbeitsplatz
  • Förderung individueller Kompetenzen zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz
  • Gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung
  • Rauchfrei und null Promille im Betrieb

Nicht gefördert werden Maßnahmen, bei denen die Gesundheitsförderung gegenüber dem Komfortaspekt eine untergeordnete Rolle spielt. Das ist bei Wellnessmassagen und Fitnessstudiobesuchen der Fall.

Auch Umsatzsteuer muss beachtet werden

Kurse der betrieblichen Gesundheitsförderung sind als Leistungen der Primärprävention regelmäßig  umsatzsteuerpflichtig. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können die ihnen in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Zu beachten ist aber, dass der Arbeitgeber mit der betrieblichen Gesundheitsförderung eine umsatzsteuerpflichtige Leistung an seine Arbeitnehmer erbringt, für die 19 % Umsatzsteuer anfällt.

Nur soweit Maßnahmen im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegen, wird keine umsatzsteuerpflichtige Leistung an die Arbeitnehmer erbracht. Übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für vom Arbeitnehmer gebuchte Kurse oder leistet er einen Barzuschuss, muss er keine Umsatzsteuer abführen, hat aber auch keinen Vorsteuerabzug.

Beispiel

Ein IT-Unternehmen lässt für seine 40 Mitarbeiter zertifizierte Kurse zur Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen des Bewegungsapparates und zur Stressbewältigung durchführen. Die Aufwendungen für die Gesundheitsförderung betragen 12.000 € zuzüglich 2.280 € Umsatzsteuer.

Es handelt sich um Kurse zur Primärprävention, die im Interesse des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers durchgeführt werden. Die Vorteile sind daher zwar grundsätzlich Arbeitslohn. Sie sind jedoch als Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, da die Aufwendungen je Arbeitnehmer in Höhe von 357 € (= 1/40 von 14.280 €) den Höchstbetrag von 500 € nicht übersteigen.

Die Leistung des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer ist umsatzsteuerpflichtig. Da er aber zum  Vorsteuerabzug aus der Rechnung des externen Dienstleisters berechtigt ist, bleibt die Umsatzsteuer für ihn ein neutraler Posten.

Fehler können teuer werden

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Mitarbeitern nur zertifizierte Kurse anbieten bzw. bezuschussen. So geraten Sie bei Lohnsteuer- und Sozialversicherungsprüfungen nicht in Erklärungsnöte und ersparen sich Ärger. Denn wenn sich bei einer Prüfung herausstellen sollte, dass die Steuerfreiheit nicht greift, kann es für den Arbeitgeber teuer werden.

Für die (nachzuentrichtende) Lohnsteuer seiner Arbeitnehmer haftet er zwar nur. In der Regel einigen sich Arbeitgeber und Prüfer jedoch, dass die Lohnsteuer pauschal nacherhoben und vom Arbeitgeber übernommen wird. Die nachzuentrichtenden Sozialversicherungsbeiträge muss aber in jedem Fall der Arbeitgeber zahlen und zwar den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil.

(Stand: 10.11.2017)

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